Dr. med. Boblitz

Dr. med. Eckhardt

Dr. med. Melcher

 

Hausarztpraxis Hildesheimer Straße 77

Impfungen

 

Impfungen stellen einen wichtigen Mechanismus zur Verhütung von Krankheiten dar. Maßgeblich für die Impfempfehlungen in Deutschland ist die STIKO (ständige Impfkomission) des Robert Koch Institutes (s. Links).

 

Im Allgemeinen sind die empfohlenen Impfungen sehr gut verträglich, das Risiko für schwere Nebenwirkungen ist sehr begrenzt. Schmerzen an der Injektionsstelle sowie Fieber und Abgeschlagenheit können jedoch auftreten als Ausdruck der (grundsätzlich erwünschten) Reaktion des Immunsystems.

 

Folgende Standardimpfungen (für Erwachsene) sind grundsätzlich unabhängig von Lebensstil und Wohnort für jede Person zu empfehlen:

 

Diphterie

Auffrischung alle 10 Jahre, in der Regel in Kombination mit Tetanus.

 

Influenza (Grippe)

Impfempfehlung für alle Personen ab 60 sowie Patienten mit Immundefekten oder anderen chronischen Erkrankungen (Asthma, Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen usw.). Wiederholung jährlich wegen Anpassungsreaktionen des Erregers erforderlich. „Kann-Impfung“ auch für Personen mit „erhöhter Gefährdung“ (medizinisches Personal, „Personen in Einrichtungen mit umfangreichem Publikumsverkehr“).

Empfohlen auch für Schwangere ab dem 2. Drittel wegen beobachteter schwerer Krankheitsverläufe (bzw. bei Vorliegen schwerwiegender Grunderkrankung der Frau bereits ab dem 1. Drittel). Die „Grippewelle“ fordert in Deutschland jährlich ca. 9000-12.000 Todesfälle.

 

Masern

Empfohlen wird eine einmalige Impfung für nach 1970 geborene ungeimpfte oder nur einmalig in der Kindheit geimpfte Personen oder Personen mit unklarem Impfstatus. Bei Frauen im Anschluss an die Impfung sichere Verhütung für 3 Monate erforderlich.

 

Pertussis (Keuchhusten)

Nach Empfehlung der STIKO von 2009 soll die nächste fällige Tetanusimpfung mit einer Pertussis-Auffrischung kombiniert werden. Weder eine Impfung in der Kindheit noch eine durchgemachte Erkrankungen bedeuten lebenslangen Impfschutz. Besonders wichtig für alle Kontaktpersonen zu Neugeborenen.

 

Pneumokokken (Erreger von Lungenentzündungen)

Impfempfehlung für alle Personen ab 60 (einmalig) sowie Patienten mit Immundefekten oder anderen chronischen Erkrankungen (Asthma, Diabetes, Herz-Kreislauferkrankungen usw.). Ggf. Auffrischung nach 5 Jahren bei Patienten mit chronischen Nierenerkrankungen oder schweren Erkrankungen des Immunsystems.

 

Röteln

Zweimalige Impfung für Frauen im gebärfähigen Alter empfohlen, ggf. Kontrolle des Impfschutzes durch Antikörpernachweis

 

Tetanus

Standardimpfung für alle Personen alle 10 Jahre, in der Regel in Kombination mit Diphterie und ggf. Keuchhusten und Polio.

 

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Sogenannte Indikationsimpfungen können unter bestimmten Bedingungen sinnvoll sein, hierzu zählen insbesondere beruflich veranlasste Impfungen (eine Beratung wird in der Regel durch Ihren Betriebsarzt stattfinden) sowie Reiseimpfungen. Die Kosten für den Impfstoff und die Beratung werden nur zum Teil von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen

(Übersicht unter: http://www.crm.de/krankenkassen/).

 

Cholera

Fäkal-orale Übertragung bei sehr „einfachen“ Reisebedingungen bzw. Katastropheneinsätzen. Schluckimpfstoff bietet ebenfalls einen gewissen Schutz vor ETEC (häufiger Erreger von Reisedurchfällen).

 

FSME

Durch Zecken übertragene Hirnhautentzündung in bestimmten Schwerpunktgebieten, in erster Linie Süddeutschlang, Osteuropa (Verbreitung:

(http://www.zecken.de/gefahr-durch-zecken/verbreitung-der-fsme/). Für Aufenthalte in Deutschland werden die Kosten für die Impfung von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

 

Gelbfieber

Übertragung erfolgt durch die tagaktive Tigermücke, die sich weltweit immer mehr ausbreitet. Eine nachgewiesene Impfung ist in vielen Länder Voraussetzung für die Einreise, insbesondere bei Rundreisen durch mehrere Länder. Bei über 60-jährigen sind teils schwere Nebenwirkungen beschrieben, sodass die Impfung hier sehr sorgfältig zu diskutieren ist.

Wo: Südamerika und subsaharisches Afrika. Unsere Praxis ist eine offizielle Gelbfieber-Impfstelle.

 

Hepatitis A

Fäkal-orale Übertragung insbesondere durch verunreinigtes Trinkwasser und damit abgewaschenes Obst und Gemüse. Besondere Vorsicht: Eiswürfel.

Weltweit stark verbreitet. Häufigste empfohlene Reiseimpfung. Kombinationsimpfung mit Hepatitis B häufig sinnvoll.

Ca. 30%  der in Deutschland Erkrankten infizieren sich im Ausland.

 

Hepatitis B

Übertragung durch Blut (Verletzungen, Transfusionen, Operationen) sowie durch sexuelle Kontakte. Besonders in Ländern mit niedrigeren hygienischen Standards verbreitet. Kann zur Leberzirrhose und Leberkrebs führen.

Die häufigste „Tropenkrankheit“ ist der Verkehrsunfall. Eine medizinische Versorgung unter „einfachen“ Bedingungen kann zur Infektion führen.

Kombinationsimpfung mit Hepatitis A häufig sinnvoll.

 

Japanische Encephalitis

Übertragen durch Culex-Stechmücke in Asien, insbesondere in landwirtschaftlichen Gebieten mit Reisanbau und Schweinezucht. Insbesondere für Reisende, die sich unter einfachen Bedingungen längere Zeit im landwirtschaftlichen Gebiet aufhalten.

 

Meningokokken

Es gibt verschiedene Typen. Die grundsätzlich für Kinder empfohlene Variante reicht nicht als Impfschutz für Fernreisen

Besondere Bedeutung: subsaharisches Afrika, Pilgerreisen nach Mekka. „Afrikanischer Meningitis-Gürtel“.

 

Poliomyelitis (Kinderlähmung)

Fäkal-orale Übertragung

Wo: Afrika und Südostasien (z.B. Indien, Pakistan, Afghanistan)

 

Tollwut

Übertragen durch Bisse oder Kratzen infizierter Tiere (Hunde, Affen, Fledermäuse). Einmal ausgebrochene Erkrankung führt unweigerlich zum Tod.

Wo: Schwerpunkt in Indien und China (besonders bei einfachen Reisebedingungen)

 

Typhus

Übertragung fäkal-oral oder durch kontaminierte Lebensmittel. Hohes Fieber, Bewusstseinstrübung, später Durchfälle. Insbesondere in Südostasien (Indien, Nepal) von Bedeutung. Vor allem bei einfachen Reisebedingungen (Rucksacktouristen usw.) zu diskutieren.